Reizthema, Ueberzeugung, Hype oder einfach Querciabella – Von Biodynamie, Chianti Classico und stiller Ueberzeugung!

Da ich mich dem Thema Toskana wieder in kleinen Schritten nähere, komme ich natürlich am großen, schwarzen Hahn, dem Gallo Nero nicht vorbei. Einst vermeintliches Qualitätssiegel, ist der schwarze Hahn heutzutage nur noch für einen überschaubaren Teil der Weine mit diesem Emblem Garant für herausragende Qualität. Im Kerngebiet des Chiantitals, zwischen Florenz und Siena gelegen befindet sich das Chianti Classico. Hier spielt sich überwiegend der kommerzielle Teil der Chiantiwelt ab. Weincracks und viele Weintrinker haben bereits seit längerem heraus gefunden dass die anderen Appellationen, wie z.B. Rufina oder die Colli Senesi teisl bessere Qualität für kleineres Geld produzieren.

Sebastiano Querciabella

Ich gehe Heute in die Gegend um das Städtchen Greve in Chianti und widme mich den Weinen von Sebastiano Cossia Castiglioni und seinem Gut Querciabella. Bereits in meinen frühen Jahren als Sommelier habe ich an diesen Weinen großes Gefallen gefunden. Wen man sich in Sachen Chianti schon hoch und runter „gesoffen“ hat bleibt man meines Erachtens immer wieder an denselben 6-8 Kellereien hängen die einfach durch ihre eigene, sehr auffällige Stilistik herausstechen. In einem der letzten Tastings war es für mich eben, nach langer Zeit muss ich gestehen, Querciabella.
Das Gut bewirtschaftet mittlerweile gut 80 Hektar, kauft sehr gute Lagen im Chiantigebiet auch nach wie vor zu und hat sich mit einem neuen Projekt auch in der Maremma einen neuen Spielplatz gesucht. Seit dem Jahr 1988 arbeitet man hier nach biologischen Richtlienien und Gesichtspunkten, ohne das an die große Glocke zu hängen. Das finde ich schon mal sehr angenehm bei all dem Bio und Biodyn – Hype der seit einigen Jahren um sich greift. Sebastiano sagte es gehöre für ihn zur Selbstverständlichkeit nachhaltig zu arbeiten, wenn man seine Natur respektiert und seine „Terra“ liebt.

Querciabella Vineyards

Seit dem Jahr 2000 arbeitet man auf Querciabella auch biodynamisch. Das wiederum findet man mittlerweile auch auf den Etiketten. Einerseits finde ich es gut, da es Kunden gibt die speziell danach Ausschau halten, andererseits…naja ihr kennt ja meine Haltung dazu – weniger ist mehr. However – ich habe mir die rote Range in den vergangenen Tagen sehr konzentriert aber mit viel Genuss zu Gemüte geführt und bin sehr angetan wie jeher. Die Stilistik ist von höchstem Wiedererkennungswert! Da ich mir sowieso schwer tu daran, eine Stilistik im Chianti zu finden, kommt Querciabella sehr eigenwillig und erfrischend daher. Nach all dem, auch von mir viel diskutierten „Allerweltsstilistiken“ der internationalisierten Weinprofilen der Toskana finde ich hier einfach ehrliches Handwerk und viel Arbeit in den Weinen. Darüber hinaus trotz internationalen Rebsorten einen sehr toskanischen, mediterranen Stil.

Querciabella Keller

Ich starte das Tasting mit dem Chianti Classico aus dem Jahrgang 2010, der einen tolle Granatrote Farbe hat und nicht ganz brillant ist, was ich aber nicht schlimm finde da der Wein unfiltriert ist. Auch nicht so „ultrakonzentriert“ in der ichte wie eben viele andere Chianti aus der Nachbarschaft. Die Nase ist sehr intensiv aber auch überuas Fein und hat vorab einfach etwas tolles, florales was fast an Nebbiolo erinnern könnte durch die Veilchen im Bouquet. Wir haben hier überwiegend Sangiovese une ienen Hauch von Cabernet Sauvignon in der Cuvee. Sangiovese dominiert ganz klar und der Cab trägt höchstens etwas zu den breiteren Schultern bei. Herrlich reife Beerenfrüchte wie Himbeeren, da Marascakirsche und eine tolle Würze mit Duft von weißem Pfeffer irgendwie auch etwas Patchoulie falls sich noch jemand daran erinnert ;-) Etwas Zedernholz und frisches Tabakblatt. Insgesamt komplex und sehr sexy im Duft. Der erste Schluck bringt den ersten Eindruck der Nase auch direkt auf die Schleimhäute. Ein tolle, frische Säure steht kerzengerade im Mund und drumherum hängt vom Räucherspeck über Holunder und elegantes Tannin alles dran was auch hingehört! Für mich extrem gefährliche Stoff denn ich kann die Finger einfach nicht davon lassen ohne die Pulle auszusaufen. Sorry! Davon will ich bitte mehr!! Kostenmäßig liegen wir um die 18 Ocken. Finde ich in Ordung. Man kann durchaus schlechter trinken für mehr Kohle.

Querciabella 2010

Von mir gibt’s dafür 4 von 6 Mollies

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Weiter geht es mit dem Mongrana, dem Projekt in der Maremma. Auch hier Jahrgang 2010. Ich weiß man erwartet immer diese konzentrierten Fruchtbomben die vor Holznoten und fettem Alkohol strotzen. Wer das in diesem Wein sucht wird sicher enttäuscht werden. Die Stilistik des Hauses zieht sich auch hier fort und beglückt mit einem Aroma welches eher feinwürzig wie Tomatenchutney als wie Marmelade duftet. Das florale kommt auch bei diesem Wein durch und erinnert etwas an welke Rosen. Sehr fein und sinnlich. Riecht wie sich Leonhard Cohen anhört möchte ich mal sagen. Im Mund saftig, frisch und genau wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe. Sehr fein ausbalanciert und finessenreich. Das karge was einem dieser Wein vermitelt erinnert eher an Carignan aus dem Roussillon als an die Maremma. Schön zu sehen dass man auch hier solche Weine prodizieren kann….wenn man kann und will! 12 Euro finde ich absolut angemessen für die Pulle! Da kann man auch mal 2 Flaschen trinken.

Mongrana 2010

Dafür gibt es von mir 3 von 6 Mollies

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Nächster Wein im Glas ist der 2008er Palafreno. Als ich den Wein das letzte mal getrunken habe war es noch kein reinsortiger Merlot. Wie auch immer, man erkennt die Rebsorte auf Anhieb an der Faust voller Kirschen die einem aus dem Glas strömt. Und auch hier muss ich wieder betonen, nicht kompottartig, süß sondern sehr frisch und saftig mit einerm tollen Duft von Lavendel und auch etwas Orangenschale. Wo auch immer das herkommen mag.. Es steht ihm gut! Im Alkohol laut Etikett etwas fetter aber im Mund schön ausgewogen und an einen Nachbarn von Castello di Ama erinnernd. Unheimlich präsente aber reife Gerbstoffe verleihen diesem Kollegen hier echt etwas bissiges im positiven Sinne. Ein Wein der sicher nach nem Fetzen Fleisch verlangt! Ein gegrilltes Steak mit ordentlich Rauch und Grillaroma dazu Olivenöl, Meersalz und schwarzer Pfeffer. Porno Homemade!! Das einzige Problem was dieser Wein hat könnte der Preis sein. Das trinkt man dann eher nicht so oft denke ich. Mit nem strammen 60er ist man dabei! Ab solch einem Preis tut an sich generell schwer zu beurteilen ob oder ob nicht. Ich machs!

Palafreno 2008

Dafür gibt es von mir 4 von 6 Mollies
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Als letzter im Bunde kommt der Camartina 2008 in meinen Kelch. Der Wein vor welchem ich mich am meisten gefürchtet habe. Warum? Eigentlich mag ich diese Cabernetgeprägten Toskaner ums verrecken nicht mehr. Oft riechen und schmecken sie alle gleich, wollen eine Kopie oder ein Ebenbild der bekannten „`aias“ und „`Ellos“ sein und verleugnen nicht selten ihre Herkunft. Bei dem Camartina, wenn auch sehr typisch und sofort als Cabernet zu identifizieren, spürt man wieder (Dem Schöpfer sei es gedankt) wer den Wein gemacht hat und wo er herkommt. Die 30 % Sangiovese geben dem Wein wieder den toskanischen Gesichtsuasdruck.. Hier eher nach der Marke Italoamrikanischer Mafioso in einem Mario Puzo Film. Aber sehr gut. Sehr üppige, reife Nase nach Brombeeren und Feigen, speckig-dreckig das Räucheraroma mit dezenten Kaffe und Schokonoten, etwas weniger Würze wie die anderen Weine aber er benötigt auch sicher mehr Reife um zu zeigen was er drauf hat. Edle wenn auch noch etwas ungestüme Tannine und insegsamt das was ich mir unter einem „großen“ Wein vorstelle. Wenn auch nicht mein persönlicher Favorit, sicher ein Aushängeschild der Kellerei und der Region!

Camartina 2008

Dafür gibt’s von mir ebenso 4,5 von 6 Mollies

Molotiw BlogMolotiw BlogMolotiw BlogMolotiw Blog  - KOMMA FÜNF
Querciabella hat auch noch etwas weißes in petto aber den Wein beschreibe ich mal in einem anderen Beitrag! Soviel kann ich aber schon sagen: Der Stoff ist unheimlich gut! Alles in Allem war ich sehr von der Linie der aktuellen Jahrgänge angetan und freue mich still etwas darüber dass es doch einige Weinmacher dieser Region schaffen, mir das Tor zur Toskana wieder etwas zu öffnen und auch mein Interesse für die Weine dort wieder etwas geweckt zu haben. Man wird ja mit der Zeit, wie sagt man so schön: Betriebsblind. Für all die Sketiker: Es tut sich was und man sollte „altes“ mal wieder „neu“ verkosten denn was vergilbt schien wurde nicht restauriert aber hier und da aufgefrsicht und einen neuen und auch authentischen Stil verpasst.
In diesem Sinne – verkostet gutes und sprecht darüber – thewinepunk!

Bezugsquellen:
http://www.amcweinimport.de
http://www.superiore.de

Des WINEPUNX sideways……

Nun, es mag kein Geheimnis sein dass Italien meine große Leidenschaft und mein Steckenpferd ist. Dem bin ich auch sehr treu… meistens……

Doch da gibt es eine Ecke in einem Nachbarland, welche mit ihren Reizen große Wirkung auf mich hat. Das Roussillon. Ich gestehe dass ich mich sehr zu dieser Ecke Südfrankreichs hingezogen fühle. Einerseits wegen der Schönheit der Landschaft, andererseits wegen der Rebsorten die dort überwiegend angebaut werden und eben der Charakteristik der Weine die sich daraus ergeben.

Diese konzentriert fruchtigen, in der Nase fast Barock anmutenden Säfte aus Grenache und Carignan un Co.!!  ABER: und das ist für mich das ausschlaggebende; die Weine sind überwiegend, würzig, saftig und frisch! Nichts erschlagendes oder eindimensionales. Karg und steinig wie die Gegend, mit wilden Kräutern und etwas Gestrüpp hier und da..

Ich habe es gerade mal wieder mit einem Weingut zu tun welches mir vor einigen Jahren, so ca 8 oder 9 an der Zahl, mal über den Weg lief. Damals war ich Hals über Kopf verknallt in den Stoff und konnte kaum noch ablassen davon.

Damals blind verkostet war ich spontan bei Priorat und stilistisch sowie geographisch sind wir ja nicht so weit weg davon…

Jacques Montagnè keltert hier auf dem elterlichen Weingut seit dem Jahr 2001 seinen Wein Clos del Rey. Dieser stramme Bursche besteht zum größten Teil aus fast 80 jährigen Carignan Reben und ebenso altem Grenache. Geringste Menge werden hier geerntet. Das heißt zwischen 1200 bist 1700 Litern pro Hektar. Homöopathische Dosen sozusagen!

Clos del Rey

Der 2009er ist tintig in der Farbe, Deep Purple könnte man sagen. In der Nase, kräuterig, würzig an Rosmarin, Thymian und Lavendel erinnernd. Konzentriert nach Kirschen, Brombeeren und Walderdbeeren duftend mit einem Hauch von roter, geschmorter Peperoni mit Vanille und langem Pfeffer.. Die saftige Frische lässt die 14,5 % Alkohol überhaupt nicht im Vordergrund stehen. Klasse Stoff!

Anfangs ist er sehr verschlossen, wirkt etwas überreif, man könnte meinen einen Hauch oxidativ. Mich erinnert so etwas immer an die klassischen Chateauneuf du Pape.. Mit etwas Luft wird er allerdings brilliant! Die Frucht strömt fein aber mit Kraft aus dem Glas und der Wein entwickelt eine Komplexität die wirklich spannend ist. Ich sag nur Luft, Luft, Luft!!!

Ich bin sicher dass dieser Wein extrem gut reift und noch nen ganzen Haufen Jahre auf den Buckel bekommen kann ohne langweiliger zu werden. Ich bin jedenfalls gespannt!

Der Clos del Rey hat sogar noch ne kleine Schwester. Die Sabina!

Sabina

Man sieht deutlich das sie aus der gleichen Family sind. Kantig, markant. Sabina ist einfach nur etwas jünger und knackiger. Auf den ersten Blick vielleicht sogar attraktiver.

Zum größten Teil hier aus Grenache, welcher von ca. 50 Jahre alten Rebstöcken stammt. Der Rest stammt aus jüngeren Parzellen welche mit Syrah bepflanzt wurden. Auch hier spontan, sprich nur mit eigenen, wilden Hefen vergoren, ohne viel Schnickschnack im Stahltank ausgebaut und unfiltriert auf die Flasche gezogen.

Auch hier unheimlich dichte Farbe die an Brombeeren erinnert, schwarz – violett. Die Nase wieder schön konzentriert allerdings etwas mehr an Früchte erinnernd! Die Würze braucht einen Augenblick bis sie sich aus dem rauchigen Wölkchen gekämpft hat, welches hier von der Mineralität kommt und nicht, wie man annehmen könnte vom Holzfass stammt. Saftige Himmbeeren mit dem typischen Rosmarin, Thymian und Lavendelstrauß der einem auch bei der Sabina ums Näschen schweift… Toller Biss der überaus sexy eingebundenen Säure. Frische und saftige Mineralität. So was macht mich einfach wahnsinnig an! Bitte mehr davon!

Das einzige Dilemma. Den Stoff gibt es so gut wie nicht.

Insgesamt nichtmal 10.000 Flaschen produziert Montagnè davon.

1000 Flaschen gibt es in Deutschland davon. Wo? Das verrate ich in meinem nächsten Beitrag wo ich mit einigen anderen Weinverrückten 4 Jahrgänge davon verhafte!

In diesem Sinne – Keep it rare and share,

der WINEPUNK!

Ein Gedanke – Collina oder nicht Collina – das ist hier die Frage!

Was mir beim öffnen der Flaschen in den Kopf schoß war nicht nur der Duft von Prosecco, nein. Es war vielmehr der Preiskampf um dieses Produkt in sämtlichen Richtungen. Produzent, Weinhandel, Gastronom und Konsument….

Ein Gedanke….

Das leidige Thema. Entweder heiß geliebt oder strikt abgelehnt. Oder aus Gewohnheit bestellt.
Ich glaube wenige Weine, Schaum oder Perlweine genießen zugleich diese Selbstverständlichkeit und gleichermaßen Beachtungslosigkeit.

Das mittlerweile überall wo Prosecco drauf steht auch Prosecco drin ist, sollte ja hier und da schon bekannt sein. Schwarze Schafe sind sicherlich in jeder Herde unterwegs aber es ist definitiv überschaubarer als noch vor einigen Jahren.

Ich verbinde mit Prosecco natürlich meine Heimat, das Veneto. Da hat Prosecco nie den Stand des „In“ Getränks gehabt. Wir trinken Prosecco aus der Tradition und ebenso den Sprizz. Anyways.
Für uns war es „normal“ in einer Bar auf der Piazza einen Prosecco, un Ombra oder what else zu trinken. Prosecco eben… Diese Gefühl haben viele aus dem Urlaub mitgenommen und daraus das gemacht was man den Prosecco oder Sprizzhype nennt.

Was ich immer wieder mit erstaunen feststelle, das die meisten Konsumenten die Qualität des Prosecco nicht primär interessiert. Er wird mit weniger Aufmerksamkeit getrunken als beispielsweise der Cava oder Cremant. Über Champagner brauchen wir in diesem Fall nicht reden.

Trotz des “Fame” ist jedoch niemand bereit für Qualität auch mal `nen Taler mehr auf den Tresen zu legen. Wessen Schuld ist das?

Valdobbiadene 2

Haben die Discounter mit ihren, in blauen Flaschen abgefüllter Pisse namens Prosecco den Preis von vornherein „festgelegt“?! Haben sich die Produzenten selbst das Bein gestellt, weil sie unbedingt auf jeder Hochzeit tanzen wollten, im wahrsten Sinne des Wortes?!
Ich weiß es auch nicht genau. Wahrscheinlich wie immer ein Mix von allem, wie bei allem im Leben.

Ich möchte hier auch in keinster Weise die verschiedenen Schaumweine über einen Kamm scheren. Für mich ist und war Prosecco schon immer etwas völlig anderes als Winzersekt, Cremant, Cava oder gar Champagner. Ich wiederhole: Mir geht es nicht um den Vergleich dieser Weine oder den einen als Alternative für den anderen einzusetzen.

Was mich regelrecht ankotzt ist dass sich viele Proseccowinzer oft abwertend ansehen lassen müssen wenn Sie einen Prosecco anbieten der dann nach sauberer Kalkulation für 8 – 11 € im Weinhandel steht. Wir reden von sauberem, authentischem Prosecco DOC. Ne Flasche guter Obstsaft kostet schon um die 2 €. Das nur mal als Vergleich.. Es gibt im Handel Mineralwässer die sind teurer als ein guter ein.. Irrsinn!!

Warum darf ein Prosecco nicht mehr als 5 € kosten wenn er gut ist? Gerade wenn er zB. aus Conegliano – Valdobbiadene ist, wo er wirklich nicht mechanisch in Massen gelesen werden kann?! Auf diesen zerklüfteten Terrassen Wein anzubauen gleicht der Weinbergsarbeit an der Mosel zB. Das ist harte Arbeit und die bekommt man eben nicht in die Flasche für kleines Geld , welche dann für 2,99 im Discounter stehen.

Ich werde es nie verstehen. Aber predigen mal nen 10er oder mehr für guten Prosecco zu investieren.

In diesem Sinne, Cin Cin auf den Prosecco und das Leben und alles was uns freut…

derWINEPUNK!

Garganega, ick steh uff Dir!!

Seid gegrüßt liebe WINEPUNX!

Heute nehme ich mich mal einer meiner liebsten Rebsorten an. Natürlich aus Italien, selbstverständlich aus dem Veneto. Man könnte sagen ich schreibe zu oft über die autochthonen Varietäten meiner Heimatregion… NO!!! Da diese Region so facettenreich, so unterschiedlich und individuell ist, könnte ich unentwegt darüber schreiben ohne dass es langweilig werden könnte. Ein Grund warum mich Venetien so fasziniert.

Garganega heißt die Hübsche und ich bin sehr von ihr angetan. In einigen bekannten Weinen dieser Region Hauptdarstellerin. Soave, Recioto etc wären ohne Sie rein nichts. Man sagt ihr nach verwandt zu sein mit den Catarratto Varietäten auf Sizilien. In der Tat weißen sie ähnliche Charakteristika auf. Auch Grecanico ist im Grunde nicht anderes als “Garganega” Man findet sie unter diesem Namen neben dem Veneto noch hier und dort in der Lombardei und auch in der Toskana und in Umbrien.

Je nach Boden und Klima kann sie herllich frisch und duftig sein mit feinen Zitrusaromen wie Bergamotte oder grüne Limetten. Oft in wärmerem Klima auch sehr kräuterig, würzig mit feinem Duft nach frischen Mandelkernen, oder Haselnüssen.

Wer acht gibt und schon am Rebstock etwas “konzentriert” sprich die Trauben etwas zurückschneidet um den Ertrag gering zu halten, bekommt in der Regel sehr aromenintensive, dichte und füllige Weine. Mich erinnern die Weine oft auch an Wein aus dem Süden Frankreichs. Weine auf Grenache blanc oder Gris Basis, sind oft sehr ähnlich.

Anyways. Heute möchte ich über einen sehr entspannten, ausgeruhten Vertreter aus Garganega reden der mit im Glas vorkommt wie ein Zen Mönch. Ruhig, bestimmt, kraftvoll und sehr anziehend. Man kann kaum noch wegriechen, so fesselt er einen. Auch die Farbe ist sehr geladen. Strahlendes Goldgelb welches fast vermuten lässt er sei im Holzfass ausgebaut.

Die Nase unheimlich konzentriert nach Orangen und Bergamotte. Erinnert mich fast an diese geile englische Bitter Orangenmarmelade. Dann etwas Schießpulver und Thymian. Muskataromen und weißer Flieder. Kurzum: die Nase ist echt spannend und sehr sexy!

Dann der erste Schluck. Üppiges Mundgefühl wie von Rubens gemalt und doch nur 12 % Alkohol. Sehr fein ausbalanciert sind die Frucht und die Säure. Hinten raus eine dezente und etwas herbe Süße.. Ähnlich wie die Orangenmarmelade unserer Inselfreunde. Unwahrscheinlich lange im Geschmack. Salziges finish auf den Lippen und viel frische Kräuter..

Beim ausatmen hat man fast eine flintige Note. Ja, es schmeckt einfach etwas Feuerstein nach. Erinnert auch an Loireweine zum Beispiel. Das liegt wohl hier am Boden. In Vò in den Colli Euganei, das ist südlich der Stadt Padua, haben wir überwiegend vulkanische Böden. Sehr mineralisch die für eine extrem eigene Aromatik sorgen können.

Was ich im Glas habe nennt sich Vigneto Carantino und besteht zu 100% aus ziemlich alten Rebstöcken der liebsten Garganega. Der Jahrgang 2011 ist natürlich noch ziemlich frisch aber der Wein macht sicher jetzt schon viel Vergnügen und wächst meiner Meinung nach in den kommenden 3 – 4 Jahren enorm nach oben.

Monteforche Alfonso                                   Monteforche Bottiglie 2

Das Weingut habe ich zufällig vorletzten Sommer beim “umher cruisen” in den Colli entdeckt. Alfonso Soranzo heißt der Verrückte der diesen Wein erzeugt. Den Weinbergen nach zu urteilen dachte ich auf Anhieb dass hier biodynamisch gearbeitet wird und in der Tat ist Alfonso mit seinem Weingut Monteforche einer der Vorreiter in Sachen Biodynamie hier in den Colli Euganei. Nicht wie viele aus Marketing etc.. Nope. Dér Typ ist sowas von überzeugt davon dass man es regelrecht spürt wie es rüber schwappt wenn man mit ihm durch seine Reben geht und er davon spricht wie er die Natur zurück geholt hat, in diese Hügel die er nun sein eigen nennt.

Auf 6 Hektar baut er jede Menge alte Sorten der Hügel an wie Corbinone, Turchetta und Serprino als auch die hier schon ewig ansässigen Cabernet Franc und Merlot. Garganega, Malvasia und Moscato bianco finden sich in seinen Weißweinen überwiegend.

Ich bin einfach sehr angetan. Sowohl von Alfonso als auch von dem Wein und von Garganega selbst. Wenn man über den Tellerrand des Soave mal hinweg schaut, so öffnen sich völlig neu Horizonte was diese Rebsorte betrifft. Na klar, In Soave gibt es hervorragende Weine aus dieser Rebsorte aber ich finde die Veränderung spannend wenn man sie woanders vorfindet. Ein anderer Charakter, ein anderer Wein, ein neues Universum in Sachen Geschmack. Das macht das Thema Wein eben sehr spannend! Zumindest für mich.

Wo man diesen Stoff bekommt kann ich leider nicht sagen. Aber ich wollte trotzdem teilen was ich an neuen Weinen so entdeckt habe. Nicht nur für die Biodyn Freaks da draußen, nein, auch für die Einsteiger die wissen wollen was es so an freaky Stoff gibt…

Streetfood und Wein – Appell eines WINEPUNX

Häufig stapfe ich los und verspüre den Drang eine tolle Curry Wurst zu essen. Nun, da ich mich in der Streetfood Oberliga ganz gut auskenne und wir in Frankfurt durchaus gut bestückt sind mit verschiedensten Dealern dieser Kategorie, sollte es ein leichtes sein ne tolle Wurst zu finden. So weit so gut….

Das Problem was sich dann leider viel zu oft einstellt… was trinke ich nun zu meiner Wurst, meinem Döner, der Falaffel oder der Pizza….

Trotz Streetfood und der “Einfachheit” der Speise habe ich Lust auf Wein. Es muss ja nix besonderes sein, ein Top Chateau oder das Garagenweingut XY…aber ein sauber gemachter, fruchtig, frischer Wein mit ein klein wenig Anspruch. Ist das zu viel verlangt?

Anscheinend ja! Champus, mittelmäßiger obendrein findet man ja an einigen Futterkrippen schon. Aber das braucht ein Mensch mit gesundem Ego eher weniger, wie ich finde.

Einfach ein Getränk was aus dem üblichen Cola, Fanta, Ayran, Dosenbier und Saftschorlenwirrwarr fällt.

Es gibt unheimlich tolle, günstige Weine die vorzüglich zu hochwertigem Streetfood passen!

Mein Appell: Liebe Fressbudenbetreiber die ihr so sehr viel Wert legt (Gott sei es gedankt oder wem auch immer) auf die Qualität eurer Wurst, der Brötchen, dem Teig und den anderen Zutaten. Beim Thema Getränke sind die meisten von Euch echt Banausen und ihr spielt in der Mittelschicht in Sachen Genuss. Das muss nicht sein! Ich denke ich bin nicht der Einzige mit dem Verlangen eines Gläschens Syrah aus Frankreichs Süden zur Currywurst etc…

Mein Tipp: Trinkt mal einige Einstiegsweine welche im Preisbereich von 5 – 8 € liegen. Gerne aus dem Süden Italiens, Primitivo, Nero d“ Avola etc, oder Cotes du Rhone Village, Languedoc Roussillon, einfache, saftige Weine aus dem Beaujolais, trockener Lambrusco, ja sogar einfache Sangiovese aus der Toscana und der Emilia Romagna et etc.. Ihr findet sicherlich dankbare Abnehmer!

Nehmt euren Mut mal zusammen und macht euren Kunden eine Freude!

In diesem Sinne – Cheers, der WINEPUNK!

Hand aufs Herz! Supertuscan oder nicht Supertuscan – Das ist hier die Frage!

Hand aufs Herz!

Ich muss gestehen, dass auch ich zu jenen welchen gehöre, die keine großen Fans der üblichen Cabernet / Bordeaux Blend Geschichten aus der Toskana sind.

Warum? Zum einen hat mich dieser Hype der 90er unendlich genervt und diese Uniformierung der Weine hat mich nicht nur gelangweilt, nein, sie hat mich regelrecht angekotzt und verärgert.

Als ob man in Italien nichts authentischeres machen könnte. Etwas schwarz/weiß gedacht, zugegeben. Da steht man sich unter Umständen selbst im Wege wenn es um guten Geschmack bzw Genuss geht.

Was will man machen. Die Reben stehen nun mal und man kann sie ja nicht Heute raus reißen und Morgen was neues pflanzen und dementsprechend übermorgen was ganz neues auf die Flasche bringen. Gott sei dank geht das nicht.

Man tut dem Winzer da schon unrecht, denn er bemüht sich, mit dem was er hat, tolle Weine zu machen. Die meisten zumindest.

Mir stellt sich da immer wieder die Frage: Braucht man das? Ja! Wenn es gut ist, dann braucht man es! Was nützt der tollste autochthone Wein wenn er schlecht oder gar nur aus Marketingzwecken gemacht wurde um einen momentanen Hype zu befriedigen!

Das beschäftigt mich oft und auch ich muss gestehen, hin und her gerissen zu sein was das betrifft.

Wie dem auch sei..

Vor einigen Tagen kam ein Paket aus der Toskana, mit besten Empfehlungen meines alten Chefs aus Umbrien.

Drin, 12 Pullen verschiedener Jahrgänge und Qualitäten. Alles auf Cabernet/Merlot Basis!

Castello die Poggiarello aus der Seneser Kante. Nie gehört und in der Ecke kenne ich mich echt aus… Anyways

Alles aufgerissen und über einige Tage verkostet!
Durchweg…. toller Stoff und ich bin seit langem mal wieder von der Cabernet Arie der Toskana angetan.

Durchweg, frische, mineralische, straffe, schlanke, saftige Weine mit toller Komplexität und Tiefgang. Persistent und spannend bis zum letzten Schluck.

Die Weine haben überhaupt nichts banal gefälliges sind aber trotzdem sehr trinkfreudig und machen Lust auf den nächsten Schluck!

Besonders hat es mir der Collerosso angetan. Cabernet Franc und Merlot! SChon etwas Speck auf den Rippen aber eben eine tolle Frische und Würze die den Wein nicht so eindimensional dastehen lässt wie viele andere Weine dieser Kategorie der Toskana.

Sehr, reife, feine Tannine und eine tolle und perfekt eingebundene Säure in allen Weinen! Mit dem Holz wir gekonnt umgegangen und dem Wein damit etwas Struktur verliehen und die Saftigkeit heraus gekitzelt. Echt gut!

Kurzum: Seit langem gibt’s von mir mal wieder nen Verkostungstipp für einen “Supertuscan” der nicht aus Bolgheri stammt.

Das Gut ist zertifiziert Bio. Klar das heißt erstmal nicht viel und gerade ich beäuge das auch kritisch, aber die grüne Denkweise blitzt nicht nur bei den Weinen sondern auch beim Gespräch mit dem Weinmacher und dem Blick auf die Website durch.

Wo man das bekommt kann ich diesmal leider nicht sagen. Aber ein Besuch auf der Homepage bzw auf dem Weingut lohnt sich sicher.

In diesem Sinne – mit den besten Empfehlungen

der WINEPUNK!

 

http://www.castellopoggiarello.com